Eulen Schnabel und Fuß:

Schnabel

Die Krümmung des Schnabels nach unten hält das nach vorn gerichtete

Blickfeld frei. Ein ungekrümmter Schnabel würde – wie beim Menschen

eine große Nase – das Sehfeld einschränken. An der Schnabelbasis und

in den Mundwinkeln sitzen Tastborsten. Eulen können im Nahbereich

nicht scharf sehen, ihre Augen sind auf „Weitsicht“ eingestellt. Die Borsten

ermöglichen der Eule das Erfühlen ihrer Beute oder auch der Schnäbel

ihrer Jungen.

Fuß

Der Fuß aller Eulenarten hat vier Zehen. Die vierte Zehe ist als „Wendezehe“

ausgebildet, d.h. sie kann nach vorn und hinten gedreht werden.

Beim Anflug auf Beute wird der Fuß maximal geöffnet, um die Treffsicherheit

zu erhöhen. Hierbei weisen die erste und die vierte Zehe nach

hinten, die Zehen 2 und 3 nach vorn. Die langen Krallen halten nicht nur

das Opfer, sondern töten es oft durch ihr dolchartiges Eindringen in den

Körper.

Aus der nächtlichen Lebensweise ergaben      

 

Uhu    

 

Körpermaße:

Der Uhu ist weltweit die größte Eule. Wie bei den meisten anderen Eulen auch ist das Uhu-Weibchen

größer als das Männchen (Männchen: Größe 61 cm, Gewicht 1600-2100 g, Flügelspannweite: 160

cm; Weibchen: 67 cm, Gewicht 2200-3200 g, Flügelspannweite 180 cm).

Lebensdaten:

Uhus sind während der Paarung und zur Jungenaufzucht mit ihrem Partner zusammen, sonst leben

sie allein. Anders als andere Eulen sind Uhus in Volieren untereinander verträglich, so dass auch

mehrere Tiere gemeinsam gehalten werden können.

Die Revierabgrenzung und Paarbildung geschieht im Herbst (Oktober), dann muss auch der Nachwuchs

vom Sommer das elterliche Revier verlassen. Die eigentliche Balz erfolgt im Frühjahr (Februar,

März). Für die Brut werden ungestörte Plätze in felsigem Gelände genutzt, die Schutz vor Regen und

einen freien Anflug bieten. In ungestörten Regionen brüten die Vögel aber auch am Boden, wie z.B.

im Wohldorfer Wald. Die Gelege bestehen aus 2-3 Eiern, das Schlüpfen erfolgt nach 34 Tagen. Ab

der vierten bis fünften Woche verlassen die Jungvögel den Nestbereich. Flugtüchtig sind sie mit 10

Wochen. Erst nach 5 Monaten sind die Jungvögel in der Lage, sich selbständig zu ernähren. Im ersten

Lebensjahr nach dem Flüggewerden sterben etwa 70 % der Jungvögel.

In freier Natur werden Uhus knapp 30 Jahre alt. In Gefangenschaft sind 53 und 68 Jahre als Extremwerte

nachgewiesen.

Lebensraum:

In freier Wildbahn bewohnen Uhus sehr verschiedene Lebensräume: Nadelwälder ebenso wie Felsund

Sandwüsten oder Steilküsten an offenen Wasserflächen. Da die Vögel ihre Heimat normalerweise

nicht verlassen werden möglichst abwechslungsreiche Landschaften bevorzugt. Sie bieten in der

Regel auch im Winter ausreichend Nahrung. Das Streifgebiet eines Uhus umfasst im Minimum fünf

Quadratkilometer.

Tagesablauf:

Am Tage ruhen die Vögel meistens im Schutz von Baumkronen, Felsen oder Büschen. Sie nutzen die

Tagesstunden aber auch zu einem Bad im Wasser oder im Sand, außerdem sonnen sie sich gern und

„duschen“ bei Regen. Mit Einbruch der Dunkelheit beginnen die Uhus sich zu putzen. Sie beknabbern

ihr Gefieders, kratzen sich und streichen die Federn durch den Schnabel. Wiederholtes Hochstrecken

des Kopfes und „Gähnen“ dient wahrscheinlich der Gewöllbildung. Diese ausgespuckten Ballen aus

unverdaulichen Resten der Nahrung findet man häufig unter den Ruheplätzen der Vögel. Sie

enthalten unter anderem Knochenreste und Überbleibsel von Insektenpanzern. Auch die

Taggreifvögel bilden Gewölle. In ihnen sind allerdings keine Knochenreste enthalten. Da die

Magensäure der Greifvögel stärker als die der Eulen ist, zersetzt sie auch die Knochen. Gejagt wird in

der Regel Nachts in offenem bis halboffenem Gelände, aber auch Jagdflüge am Tag kommen vor.

Beute:

Als ortstreue Vogelart haben Uhus in ihrem Revier feste Fressplätze und Lager für überzählige Beute.

Die Fressplätze sind erkennbar an Federn und Haaren der Beutetiere, die vor dem Fressen herausgerupft

werden. Größere Beute zerlegen die Tiere, bevor sie sie verschlingen. Uhus sind nicht

wählerisch. Sie verspeisen Insekten und Regenwürmer ebenso wie kleine Rehkitze oder Hasen. Auch

Krabben oder Igel werden von ihnen gejagt. Nicht geklärt ist, wie sie diese von ihrem Panzer bzw.

vom Stachelkleid befreien, um sie fressen zu können.

Feindverhalten:

Obwohl Uhus aufgrund ihrer Größe kaum natürliche Feinde haben, vermeiden sie tagsüber jedes

Aufsehen, da sie von Krähen und Greifvögeln „gehasst“ (attackiert) werden. Dies machte sich der

Mensch für die „Hutejagt“ zu Nutze: ein Uhu wurde auf einem offenen Platz präsentiert, um

Rabenvögel zum Angreifen zu provozieren. Von einem Versteck aus – der Hute (= Hütte) wurden

diese Vögel dann erlegt. Wird ein Uhu am Ruheplatz gestört, zieht er nach Möglichkeit in Deckung

von Bäumen o.ä. davon. Ist eine Flucht nicht möglich (durch eine Verletzung oder wenn das Gefieder

durchnässt ist), versucht er den Störer durch Drohverhalten einzuschüchtern:

 

 

 


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